Kirche St. Pauls (BZ)

Rosenkranzaltar / Marienaltar

Neugotisch, Mitte 19.Jh., Michael Stolz aus Innsbruck; Reliefszenen: die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes um das Gnadenbild der Muttergottes zur „Liebe Frau in St. Pauls“ (um 1430, bemalte Terracotta); bis in die 1969er-Jahre war St. Pauls ein bekannter Wallfahrtsort zu diesem Gnadenbild.

Maria mit Jesukind

Sehr kunstvolle Skulptur aus gefasstem Holz unter neugotischem Baldachin; um 1460 aus dem strahlungskreis der Künstler Hans Multscher und Leonhard von Brixen; ernste Köpfe, sanfte Haltung, gebrochene Gewandfalten; inhaltliche Aussage ortsbezogen: Jesuskind mit Traube.

Chorstühle

17. Jh., Barock; reich gestaltete Schnitzarbeiten mit Hermenpilaster, Engelsköpfen, Pilastern und Dreiecksgiebel;

Info

Der Bau dieses wuchtigen Gebäudes dauerte über 250 Jahre, darum ist auch der Unterbau und Mittelteil im Stil der deutschen Spätgotik gehalten, während der Abschluss mit der Zwiebelkuppel eindeutig aus der Zeit des italienischen Barock stammt.

Taufbecken

Kanzel

Zum Orgelstuhl

4. Etage Glockenstube (1665)

Schwalbennestorgel

2002 Wiedererrichtung einer Wandorgel, von Léon Verschueren (Heythuysen/ Niederlande), einzigartig in Südtirol; dort wurde bereits 1599 - 1601 die sogenannte „[Schwarzenbach-Orgel](http://www.pauls-sakral.eu/de/orgellandschaft/pfarrkirche-st-peter-auer/index.html)“ ( Hans Schwarzenbach aus Füssen/Allgäu) aufgehängt, welche später auf der Chorempore installiert und letztendlich nach Auer verkauft wurde; heute, nach erfolgter Rückrestaurierung eine der ältesten Orgeln Südtirols.

Bündelpfeiler

Stütze für Turm – in Anlehnung an große Münsterbauten; um 1500 nach Plänen vom schwäbischen Meister Jakob Zwitzel; 2. Bauphase (Westwerk) des spätgotischen Neubaus.

Madonna mit Jesuskind

Skulptur der Madonna mit dem Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert

Ölgemälde Pauli Bekehrung

Ende 17.Jh. von Josef Anton Kößler aus der Eppaner Malerdynastie Platzer/Kessler; sehr bewegte Szenerie um Saulus` Sturz vom Pferd beim Erscheinen Christi; nach dieser Begegnung wir aus dem Heiden Saulus der christliche Apostel Paulus.

Grabsteine

Aus rotem oder weißem Marmor oder Sandstein der Adelsfamilien Eppans; auch an den Außenwänden der Kirche; einst befand sich um die Kirche auch der Friedhof.

Annemarie „di Groaße“

Zu dieser Glocke gibt es auch eine Sage: Als einst die Bewohner die Glocke im Turm der Pfarrkirche von St. Pauls wegbringen wollten, fing auf dem Weg die Glocke zu sprechen an:

„Annemarie hoas i
Olle Wetter woas i
Olle Wetter vertreib i
In Paulsner Turm bleib i!“

(Anna-Maria heiß ich,
alle Wetter weiß ich,
alle Wetter vertreib ich,
im Paulsner Turm bleib ich!)

Die Menschen erschraken daraufhin so sehr, dass sie die Glocke sofort wieder an ihren Platz brachten, wo sie auch heute noch hängt.

Turm

[> Direkt zum Glockenstuhl](https://my.matterport.com/show/?m=FYwsaUyWRaA&sr=-1.34,1.4&ss=212)

85 m hoch; verschiedene Bauphasen, von 1500 bis Mitte 17. Jh.; einmalige Gestaltungsweise, bedingt durch die lange Bauphase, Änderungen im Stilempfinden und finanziellen Möglichkeiten; 100 Stufen;

Marmorbüsten der 12 Apostel

Um 1569 vom Vinschgauer Bildhauer Wolf Verdroß, ursprünglich Konsolenfiguren aus der Burgkapelle Lichtenberg (Vinschgau)

3. Etage Uhren und Läutezimmer

Fastentuch

Seine Ursprünge hat das Fastentuch in den sogenannten Passionstüchern. Mit ihnen wurden vor Ostern Gegenstände, wie Altar, Kreuze, Reliquienschreine und Bilder verhüllt. Der strahlende Glanz dieser Gegenstände sollte in der ernsten Fastenzeit nicht zu sehen sein. Eine Aufforderung ein Tuch anzubringen, dass den gesamten Altar verhüllt, findet sich erstmals um das Jahr 1000.

Hochaltar (Verdeckt)

Kreuzigungsgruppe und die Heiligen Petrus und Paulus; neugotisch, um 1860-65 im Zuge der Neugestaltung der Inneneinrichtung zusammen mit den beiden Seitenaltären errichtet (Maler und Bildschnitzer Michael Stolz aus Innsbruck); vorher dort Barockaltar.

Totenschilde

Große gefasste Totenschilde in Terracotta, rund oder in Sechspassform; Darstellung: Wappen und Helmzier; Stiftungen der bekannten adeligen Familien von Eppan, so die Grafen von Firmian, der Khuen-Belasi, derer von Thun u.a.

Sakristei

Orgel

am Chor: „Reinischorgel“ (Orgelbauer Franz Reinisch aus Steinach/Tirol) 1885; 25 registrige mechanische Kegelladeorgel, ideal als Begleitinstrument für Chorgesang. Vorher dort „Schwarzenbach-Orgel“, dann (1689) „Casparini-Orgel“ (Meister Eugenio Casparini aus Schlesien), jedoch durch mehrere Blitzschläge schwer beschädigt.

Kruzifix

Monumentales Triumphbogenkreuz, Anfang 14.Jh., aus der romanisch-gotischen Übergangszeit; sehr schöne Schnitzarbeit des leidenden und triumphfierenden Christus.

Campane

Im Turm befinden sich 9 Glocken, die Größte davon wiegt 5 Tonnen. Sie ist die zweitgrößte Glocke in Südtirol. Gegossen wurde sie von der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck. Ihr Ton entspricht einem tiefen a.

Kruzifix

Monumentales Kreuz, Anfang 16. Jh. aus Werkstatt von Jörg Arzt; ausdrucksvolles Antlitz, anatomisch betonte Körperhaltung; knittriges Lendentuch.

Seitenaltar Paulusaltar

Neugotisch, Mitte 19.Jh.; Szenen aus dem Leben des Hl. Paulus (Bekehrung; Patrozinium: 25. Jänner)

Altarblatt Maria Himmelfahrt

um 1632, aus dem ehemaligen Barockhaupt-Altar, entfernt im Zuge der neugotischen Innengestaltung Mitte 19.Jh.; heute an der südlichen Seitenwand; Maler Michael Christoph Gramberger aus Krems/A.

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