Gartenbau

Versuche mit Balkonpflanzen

Jährlich werden Balkon- und Terrassenpflanzen zu einem bestimmten Thema oder als Sortenversuch aufgebaut und bewertet. Themen sind u. a. neue Sorten von Balkongeranien oder Petunien, Düngerversuche, Substratversuche oder themenbezogene Pflanzenkombinationen wie Naschgemüse oder Biodiversität. Nach einer Vegetationsperiode werden die Ergebnisse bewertet und an Betriebe und Besucher weitergegeben.

Aaspflanze (Stapelia grandiflora)

Dieses aus Südafrika stammende Hundsgiftgewächs hat eine außergewöhnliche Bestäubungsstrategie entwickelt: Ihre Blüten verströmen einen Aasgeruch, der Aasfliegen anlockt (Mimese). Sie kriechen dabei  über Staubblätter und Gymnostegium und befruchten die Pflanze. Geruch und Oberfläche der Pflanze verleiten viele Fliegen sogar dazu, auf den Blüten ihre Eier abzulegen. Die schlüpfenden Larven gehen jedoch zugrunde. Der Vorteil ist einseitig auf Seiten der Pflanze.

Kanarischer Drachenblutbaum (Dracaena draco)

Diese Exemplar wurde 1990 ausgesät und kam 1996 als Jungpflanze in das Tropenhaus. Das rote Harz (das sog. "Drachenblut", lat. sanguis draconis) wurde bereits in der Antike als Färbemittel für Lacke, Zahnpasten, Pflaster und Tinkturen eingesetzt und in China dazu eingesetzt Möbelstücke, Papier und Plakate einzufärben. Auch als Salbenzutat fand es Verwendung, z. B. zur Therapie der Syphilis. Seine medizinische Bedeutung hat es verloren, in der traditionellen chinesischen Medizin findet es aber heute noch Verwendung.

Tropenwald

Feigen (Ficus), Baumfreund (Philodendron) und Palmen prägen diesen Bereich. Auf nur wenigen Zentimetern Bodenschicht gedeiht eine dschungelartige Vegetation im feuchtwarmen Klima, wie etwa die Goldene Efeutute (Epipremnum aureum) von den Salomonischen Inseln.

Tropische Vegetationen - Lebensraum in Stockwerken

Sog. Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) machen rund 10 % aller Pflanzenarten aus und doch weiß man noch relativ wenig über ihre Ökologie. Aufsitzerpflanzen benutzen Stamm oder Äste anderer Pflanzenarten, auf denen sie gedeihen, ohne ihren Wirt zu parasitieren. Dadurch sparen sie sich den Bau hoher Stämme; allerdings bedeutet dies für sie auch Wasserknappheit und Nährstoffmangel. Viele Arten haben deshalb spezielle Organe (zum Beispiel Knollen, Luftwurzeln oder Saugschuppen) entwickelt und können Wasser und Nährstoffe direkt aus der Luft aufnehmen. Bekannte Beispiele für Epiphyten sind die Echte Vanille (Vanilla planifolia), Orchideenarten, Bromelien, der Weihnachtskaktus oder der imposante Geweihfarn (Platycerium bifurcatum).

Wasserkreislauf im tropischen Regenwald

Hier herrschen eine hohe Verdunstung und häufige Regengüsse. Fast senkrechte Sonneneinfallswinkel setzen in tropischen Vegetationen ungeheure Energien frei. Pflanzen nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf und verdunsten es über die Blattflächen (Evapotranspiration); aus dem Wasserdampf entstehen Wolken und es beginnt wieder zu regnen: Der Regenwald ist eine riesige Wasserpumpe. Oberflächlich ablaufendes Wasser sammelt sich in Becken und Bachläufen.

Großblütige Pfeiffenwinde (Aristolochia brasiliensis)

Die Blüte der Pflanze ist bis 50 cm groß und ein Betrug: Im Inneren der Zwitterblüte ist zu Blühbeginn nur das weibliche Fruchtblatt reif, die Staubblätter sind noch verschlossen. Mit ihrem Geruch lockt sie Fliegen an, die normalerweise auf Aas spezialisiert sind. Diese fliegen in den Kessel der Blüte, aus dem sie nicht mehr hinaus können und in dem sie mit Pollen eingestäubt werden. Zur Versüßung ihres Aufenthaltes erhalten sie aber Nektar. Nach zwei Tagen neigt sich die Blüte, die Reusenhaare (Trichome) legen sich nieder, und die Fliegen dürfen weiter zur nächsten Blüte.

Zitrusfrüchte

Zitronen, Orangen oder Kumquat gediehen früher nur am Hof der Könige in eigenen Gewächshäusern. Im Sommer standen sie dort im Freien, im Winter in den Orangerien (Limonaias). Heute sind viele Arten als Kübelpflanzen in Wintergärten in Verwendung.

Allium

Die Gattung Allium erkennt man mit der Nase; der scharfe Geruch fast aller Arten erinnert an Lauch. Viele Arten werden als Gewürz oder Gemüse in der Küche verwendet, z. B. Etagenzwiebel (Allium cepa var. proliferum), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Knoblauch (Allium sativum) und Küchenzwiebel (Allium cepa).

Gewürze

Erst gegen Ende der Kochzeit oder als Salatgewürze sollten der Wilde Rukola (Diplotaxis tenuifolia), Tripmadam (Sedum reflexum), Kren (Armoracia rusticana), Afrikanischer Basilikum (Ocimum x africanum) oder die Pimpinelle (Sanguisorba minor) verwendet werden, sonst verlieren sie ihre Würzkraft.

Brotgewürz

Wer Brot selbst backen möchte, kann mit Kümmel, Koriander, Fenchel, Anis, Mohn oder Brotklee den Geschmack und die Verträglichkeit des Produktes variieren. Die Sammlung dieser Gewürze ist eine Erinnerung an das Kulturgut Brot.

Duftpflanzen

Duftsalbei-Arten überraschen mit Ananas- (Salvia rutilans) oder Honigmeloneduft (Salvia elegans), andere erinnern an eine tropische Fruchtmischung aus Banane, Melone, Ananas und Mango (Salvia dorisiana). Daneben wachsen Zitronenverbene (Aloysia citrodora) und Rundblättrige Minze (Mentha rotundifolia).

Tropische Nutzpflanzen

Bittergurke, Luffa, Tabak, Erdmandel, Erdnuss, Baumwolle oder Yakon sind Beispiele tropischer Nutzpflanzen, die als einjährige Pflanzen im Schaugarten angebaut werden.

Seltene Pflanzen

Besonders herausragend durch seine Höhe ist in diesem Beet der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), der irrtümlicherweise als sexualtriebhemmend eingestuft vor allem in Klöstern angebaut wurde. Weitere Pflanzen: Süßholz (Glycyrrhiza glabra), Süsskraut (Stevia rebaudiana), der duftende Hopfenoregano (Origanum rotundifolium), Färberkamille (Anthemis tinctoria) oder die Hiobsträne (Coix lacryma-jobi).

Lotusblume und Seerosen

Die imposante Wasserpflanze bildet große, duftende, rosa Blüten. Auf der Oberfläche ihrer Blätter sitzen klein Papillen mit wachsartigen, rauen Kristallen. Diese Oberflächenstruktur sorgt dafür, dass Wasser und Schmutz abperlen. Die Pflanze ist also selbstreinigend. Die tropischen Seerosen verbringen die Wintermonate im Gewächshaus. Papyrusarten (Cyperus haspan, C. alternifolius und C. papyrus), Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus), Sumpfvergissmeinnicht (Myosotis palustris), Sumpfdotterblume (Caltha palustris) oder Wasserminze (Mentha aquatica) zieren den Randbereich.

Insektenhotel

In Europa hängen 78 % der Wildblumenarten und 84 % der Kulturpflanzenarten zumindest teilweise von der Bestäubung durch Insekten ab. Die Insektenpopulationen tragen zur Produktion von Früchten bei und stellen selbst wieder Nahrung für andere Tierarten wie z. B. Vögel dar. Jeder kann seinen Garten  insektenfreundlich gestakten, etwa mit heimischen Pflanzenarten, Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten, Trockenlebensräumen und Wiesenblumen.

Essbare Knospen alias Kapern

Selten stehen Blüten oder Knospen auf unserem Speiseplan, doch bei Capparis spinosa werden vor allem die Blütenknospen verwendet und in Salz oder Essig eingelegt. Auch die Früchte und die Blätter sind essbar. Kapern benötigen ein heißes und trockenes Weinbauklima; sie wachsen in Mauerfugen oder zwischen Steinen. Schon im Alten Testament wurden sie erwähnt.

Zwei Klimazonen

Im feuchten Warmhaus herrschen ca. 18 bis 25 °C und im trockenen Kalthaus ca. 10 bis 35 °C. Durch die Steuerung der Klimaparameter können viele tropische und subtropische Pflanzenarten kultiviert werden, darunter bekannte Zimmerpflanzen, Nutz- und Gewürzpflanzen oder Sukkulenten.

Exotische Früchte und Gewürze

Allzu normal erscheint der Verzehr tropischer Nutzpflanzen heute, dabei wird jedoch oftmals vergessen, dass sie teilweise einen langen Transportweg zurücklegen und einen hohen ökologischen Fußabdruck aufweisen. Hier zu sehen sind Kaffee, Kakao, Ananas, Avocado, Banane und Papaya.

SCHAUGARTEN

GLASHAUS

Seerosen

Wer keinen eigenen Garten besitzt, kann auf Balkon und Terrasse auch mit niedrigem Wasserstand Seerosen kultivieren. Diese kleinere Arten tropischer Seerosen gedeihen bereits im 20 bis 30 cm tiefen Wasser.

Echter Lorbeer (Laurus nobilis)

Die frischen oder getrockneten Blätter dieser immergrünen Gewürzpflanze aus dem mediterranen Klimaraum passen zu deftigen Gerichten. Außerdem ist sie eine Symbolpflanze für eine besondere Auszeichnung (Lorbeerkranz des Siegers).

Heilpflanzen

Der Name des Echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum) leitet sich vom Beginn der Blütezeit rund um den Johannistag am 24. Juni ab (dies ist auch ein guter Erntetermin). Weitere Heilpflanzen in diesem Beet: Echte Kamille (Matricaria chamomilla), Pfefferminzen (Mentha × piperita), Melisse (Melissa officinalis), Sonnenhut (Echinacea pallida), Wermut (Artemisia absinthium).

Südtiroler Lokalsorten

Bäuerinnen haben über Generationen durch Selektion besonders gut geeignete Lokalsorten von Nutzpflanzen erschaffen. Dieser Schatz darf  in Zeiten von großen Saatgutmonopolen nicht verloren gehen. In diesem Beet: Besenhirse, Traminer Mais, Trudner Knoblauch, Haferwurzel, Altreier Kaffee.

Tropische, besonders wärmeliebende Pflanzen

Amaranth oder Inkaweizen (Amaranthus sp.) gehört zu den Pseudogetreidearten und wird als leicht verdauliches Powerkorn verwendet. Er stammt wie die Süßkartoffel (Ipompoea batatas) aus Amerika. Beide finden immer mehr Anklang in der europäischen Küche.

Heilpflanzen

Zur Gattung Verbascum gehören über 300 Königskerzenarten, deren Blüten  auch heute noch als Heilsubstanz gesammelt werden. Im Garten lieben sie meist magere, trockene und sonnige Standorte. Die häufig zweijährigen Pflanzen  vermehren sich durch Samen im zweiten Standjahr und "wandern" damit durch den Garten.

Schwiegermuttersessel (Echinocactus grusonii)

Dieser Kaktus ist ein exzellentes Beispiel für die botanische Anpassung von Kakteen an die Trockenheit ihrer Lebensräume: Die Blattoberfläche ist reduziert (Blätter wurden zu Dornen umgewandelt, damit die Verdunstung gesenkt wird), Wasser wird in speziellen Organen gespeichert (sukkulenter Spross bei Stammsukkulenten oder unterirdische Speicherorgane) und ein Schutz vor Fraßfeinden ausgebildet (Dornen).

Moosgummi-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii)

Der ursprünglich aus Tasmanien stammende Baum blüht im Juli mit gelben, kugelförmigen Blütenständen. Seine Blätter sind besonders: Junge Blätter sind rund und grau, ältere Blätter sind dick, breit-lanzettlich oder elliptisch. Diese Heterophyllie (Verschiedenblättrigkeit) zeigt auch der heimische Efeu (Hedera helix). Zerreibt man die Blätter, erinnert der Duft an Hustenbonbons.

Tropische Gewürze

Der Reichtum bekannter Handelsstädte basiert auf dem Import teurer Gewürze: Aus Südostasien stammen Pfeffer, Kardamom oder Vanille. Der Kaffeestrauch wuchs ursprünglich in Afrika, Kakao kam aus Südamerika zu uns.

Farne

Diese sehr urtümliche Pflanzengruppe gehört nicht zu den Samenpflanzen, sondern gemeinsam mit Bärlappgewächsen und Schachtelhalmarten zu den Pteridophyten (Farnpflanzen) gehören. Die sporenbildende Pflanze (der Sporophyt) der Farne entwickelt große Blätter, an deren Unterseite oder auf eigenen Wedeln die Sporenlager (Sori) sitzen. Aus den Sporen entwickeln sich ein Gametophyt (haploide Phase), der in feuchter Umgebung einen Embryo ausbildet.

Küchenkräuter

Klassische Küchenkräuter wie Salbei, Rosmarien, Thymian, Ysop, Estragon, Basilikum, Maggikraut, Bohnenkraut oder Petersilie dürfen in keiner Küche fehlen. Sie veredeln den Geschmack und unterstützen mit ihren Inhaltsstoffen unsere Verdauung.

GÄRTNEREI

Hier geht es um

[Schaugarten](https://my.visim.eu/tour/px7fqrf7c?&play=1&sr=-3.03,-.46&ss=173)